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Was dürfen Vorbilder in Kinderbüchern? | Ich, Onkel Mike und Plan A Blogtour

Letzten Monat ging schon meine Rezension zu „Ich, Onkel Mike und Plan A“ online. Am Sonntag ist dann auch unsere Blogtour beim lieben Josia gestartet. Heute bin ich dann dran mit meinem Thema: „Was dürfen Vorbilder in Kinderbüchern?“. Am Ende habt ihr dann auch noch die Chance eines von zwei Büchern zu gewinnen.

Was dürfen Vorbilder in Kinderbüchern?

Im Buch läuft der kleine Leon weg, weil in seinen Ferien alles schief läuft, also beschließt er einen richtigen Männerurlaub mit seinem coolen Rapperonkel Mike zu machen.

Natürlich ist Onkel Mike gerade am Anfang ein richtiges Vorbild für Leon. Er ist cool und war richtig berühmt. Doch als Leon dann da ist, trinkt er die ganze Zeit Alkohol vor ihm, gibt ihm Bier und redet von seinen Frauengeschichten.

Natürlich sollte ein Vorbild das nicht tun. Am Ende denkt das Kind sonst noch, dass man Alkohol trinken muss um cool zu sein und man Frauen so behandelt. Hier hat man zum Glück gemerkt, dass Leon damit schon sehr gut umgehen kann. Er merkt nämlich, dass das gar nicht cool ist, sondern zu den Problemen gehört, die sein Onkel so hat, seit dem er keinen Erfolg mehr  hat.

Dennoch hat mich das sehr zum Nachdenken gebracht und mich zu der Frage gebracht: „Was dürfen Vorbilder in Kinderbüchern?“.

In erster Linie sollten sie natürlich Vorbild sein. Gerade, wenn sich das Buch an kleine Kinder widmet, sollten diese Personen, meine Meinung nach, die richtigen Werte übermitteln. Ja, jeder Mensch hat seine Fehler, doch sollte man diese auch in Kinderbüchern zeigen?

In diesem Fall fand ich die Umsetzung davon richtig gut, weil so übermittelt wird, was falsch ist. Aber es muss eben, auch so umgesetzt werden, dass der Protagonist solche Sachen auch als Falsch oder als Fehler erkennt.  Ich kann mir sonst nämlich vorstellen, dass viele Kinder nicht in der Lage sind das Ganze differenziert genug zu betrachten, um es selbst zu erkennen.  Wir sollten nämlich nicht aus den Augen verlieren, dass Personen aus Literatur richtige Vorbilder sein können und die Kinder somit beeinflussen,. auch wenn sie es im echten Leben anders beigebracht bekommen.  Denn wer wirkt auf das Kind wohl cooler? Ein Held aus einem Buch oder die Eltern? Wenn wir ehrlich sind, sind es wohl eher die Helden. Jedenfalls bei vielen Kindern.

Somit komme ich zum Schluss, dass man entweder nur die positiven Charakterzüge eines Vorbildes in Kinderbüchern darstellen sollte, oder es so machen sollte wie Alice. So kann ein Charakter, ganz er selbst sein und trotzdem wird den Kindern gezeigt, was richtig ist und vielleicht bringt es ihnen auch noch bei, dass der Schein auch trügen kann und jeder seine Problem hat, was doch auch eine schöne und wichtige Botschaft für die Kinder ist.

Das Gewinnspiel:

Ihr habt jetzt noch die Chance ein Los für das Gewinnspiel zu sammeln, bei dem ihr eines von zwei Exemplaren von „Ich, Onkel Mike und Plan a zu gewinnen. Dafür müsst ihr einfach nur meine Frage beantworten:

Was ist eure Meinung dazu? Was dürfen Vorbilder in Kinderbüchern?

Teilnahmebedingungen:

  • Habt einen Wohnsitz in einen deutschsprachigen Land
  • Seid 16 Jahre alt oder habt das Einverständnis eures Erziehungsberechtigten
  • Ihr könnt bis zum 20. Juli 2019 teilnehmen

Der Tourplan

Sonntag: Josia

Dienstag: Zeilenfluch

Donnerstag: perolicious

Samstag: Lesemagie

 

Ein Kommentar

  • Alice Gabathuler

    Im richtigen Leben finde ich die Frage nach Vorbildern einfacher: poitive Vorbilder sind Menschen, die uns Werte vorleben, Menschen, an denen wir uns orientieren können.

    Bei Büchern ist das anders: Viele LeserInnen mögen richtige Bösewichte in den Büchern, viele Kinder finden pupsende und rülpsende AltersgenossInnen in Büchern witzig usw. Das heisst nicht, dass sie sich diese Figuren als Vorbilder nehmen, aber sie lesen gerne darüber. Wer will schon Geschichten über vernünftige, anständige Kinder lesen, die nicht fluchen, nie fies sind und sich immer brav die Zähne putzen? Ich denke deshalb, dass sich Kinder bei Büchern, in denen die Buchfiguren nur positiv sind und nie das Falsche tun, zu Tode langweilen. Und wenn ein Buch etwas nicht sollte, dann ist es, seine LeserInnen zu langweilen.

    Ich finde, wir unterschätzen Kinder und Jugendliche, wenn wir ihnen nicht zumuten, dass sie selber merken, wo ihre Figuren Grenzen überschreiten. Wir sollten darauf vertrauen, dass sie sich ein Urteil über ihre Figuren bilden können. Viele finden in Büchern gut, was sie selber nie tun würden.

    Was das Buch nicht sollte: werten. Weder bei den ganz Bösen noch den ganz Guten. Es sollte die LeserInnen selber werten lassen. Kinderbücher, in denen kaum überlesbar ein moralischer Zeigefinger darin herumfuchtelt, machen vielleicht den einen oder anderen Erwachsenen glücklich, aber bestimmt nicht kindlicher LeserInnen.

    Was ein Buch haben sollte: vielschichtige Charaktere, keine eindimensionalen Pappfiguren vom Reissbrett, sondern Charaktere mit einem Innenleben in den verschiedensten Graustufen, sämtlichen Zwischentönen von weiss bis schwarz. Menschen halt. Mit all ihren Stärken und Schwächen. Vorbild ist, wer aus guten Motiven handelt (auch wenn er / sie dabei flucht und sich die Zähne nicht immer putzt), wer einen guten Kern hat, wer bereit ist, sich weiterzuentwickeln, wer auch mal hinfällt oder im Leben falsch abbiegt, wer dann wieder aufsteht oder bereit ist, die Richtung zu ändern.

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