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Simon Geraedts Interview

Seit längerem habe ich heute mal wieder ein Interview für euch. Ich hatte die Chance dem Thriller-Autoren Simon Geraedts ein paar Fragen zu stellen.

Das Interview:

Interview Simon Geraedts
Möchtest du dich den Lesern vielleicht einmal kurz vorstellen?
Aber klar doch. Ich heiße Simon Geraedts, bin 34 Jahre alt und komme ursprünglich aus Nettetal, einem kleinen Städteverbund in der Nähe von Mönchengladbach. Von 2005 bis 2010 habe ich Germanistik und Anglistik an der Heinrich-Heine-Uni in Düsseldorf studiert und danach in verschiedenen Verlagen gearbeitet (Schwerpunkt Lektorat). Seit zweieinhalb Jahren bin ich als freiberuflicher Autor tätig und wohne mit meiner Freundin in Heusenstamm in der Nähe von Frankfurt a.M.
Zu Beginn mal eine Standardfrage: Wie kommst du auf deine Ideen?
Am liebsten stelle ich mir „Was wäre wenn“-Fragen. Dabei fallen mir eine Menge Spinnereien ein, die ich schnell wieder verwerfe, aber hin und wieder stoße ich auf eine Frage, die wirklich spannend und ausbaufähig ist. Im Falle von „Sei brav und stirb“ lautete die Ausgangsfrage zum Beispiel: Was wäre, wenn mir jemand anböte, einen verhassten Menschen umzubringen?
Diese Frage führte sofort zu weiteren: Wer würde mir ein solches Angebot überhaupt unterbreiten? Vermutlich ein skrupelloser Mörder. Was wäre, wenn ich das Angebot annehme und mich in die Abhängigkeit eines solchen Verbrechers begebe? Im schlimmsten Fall würde ich eine ziemlich üble Gewaltspirale in Gang setzen und am Ende selbst auf der Todesliste landen.
Mithilfe von „Was wäre wenn?“-Fragen komme ich relativ schnell zu einer spannenden Handlung, die ich dann zu einem möglichst detaillierten Plotplan ausarbeite.
Welcher deiner Romane liegt dir am meisten am Herzen?
Puh, das ist eine schwierige Frage. Stolz bin ich auf jedes einzelne, denn einen Roman zu schreiben, ist Schwerstarbeit und erfordert eine Menge Durchhaltevermögen. Aber ich habe eigentlich keinen „Liebling“.
Gegen welchen deiner Bösewichte oder deiner bösen Mächte würdest du am ehesten kämpfen wollen?
Gegen gar keinen! Wenn ich meine Schurken erfinde, wühle ich in den tiefsten Abgründen meiner Vorstellungskraft und bin meistens selbst schockiert, was ich da zutage fördere. Insofern bin ich ganz froh, dass meine Bösewichte nur Fantasieprodukte sind, die mir im echten Leben nicht über den Weg laufen können.
Tut es dir eigentlich Leid deinen Protagonisten so schreckliche Dinge anzutun?
Haha, witzige Frage. Aber ja, das ist schon so. Beim Schreiben wachsen mir die Protas natürlich ans Herz, und dann kostet es mich Überwindung, sie auf Spießrutenläufe zu schicken. Aber ohne teuflische Schurken und Konflikte gibt es nun mal keine Spannung, und niemand will Geschichten lesen, in denen nichts los ist.
Wieso hast du dich dazu entschieden deine Bücher selbst zu veröffentlichen?
Das Selfpublishing hat eine Menge Vorteile. Erst einmal kann man über alles selbst bestimmen: Den Titel, den Klappentext, das Cover, den Verkaufspreis und vieles mehr. Außerdem behält man sämtliche Rechte und streicht die gesamten Tantiemen ein – natürlich abgesehen von dem Anteil, den Amazon (meine exklusive Verkaufsplattform) einbehält. Zu guter Letzt kann man seine Bücher übers Selfpublishing sehr viel schneller auf den Markt bringen als über einen Verlag, bei dem man eine Menge Geduld braucht. Sofern man trotz langer und aufwändiger Suche überhaupt einen Verlag findet!
Du hast ja schon relativ viele Bücher herausgebracht. Bist du trotzdem noch nervös vor dem Release?
So viele sind es eigentlich noch nicht. Vor dem Release bin ich immer aufgeregt, denn wenn man nicht gerade zu den absoluten Top-Autoren gehört, weiß man nie so genau, wie ein Buch ankommen wird. „Sei brav und stirb“ war zum Beispiel ein riesen Erfolg, während mein aktueller Thriller „Ich sehe deinen Tod“ eher enttäuschend läuft. Das ist immer schwer vorherzusagen und dementsprechend spannend.
Welcher Prozess beim Schreiben/Veröffentlichen eines Buches macht dir am meisten Spaß und welcher fällt dir am schwersten?
Die erste Fassung finde ich immer am schwierigsten. Ich kann nicht den gesamten Plot am Reißbrett entwerfen, sondern muss eine Geschichte beim Schreiben „entdecken“ und organisch wachsen lassen. Das ist wirklich harte Arbeit und teils mit viel Umschreiben verbunden. Wenn ich die gesamte Geschichte einmal „ausgebuddelt“ habe und sämtliche Hintergründe kenne, ist es leichter.
Was machst du, wenn du gerade nicht am Schreiben bist?
Dann verbringe ich Zeit mit meiner Freundin, lese viel, mache Sport, klimpere auf dem Klavier oder schmeiße die Playstation an.
Welchen Thriller, der nicht aus deiner Feder stammt, kannst du denn empfehlen?
Mein großes Idol ist Stephen King. Der Mann ist ein absolutes Genie. „Friedhof der Kuscheltiere“ ist eines meiner Lieblingsbücher.

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