Tobias Elsässer Play Interview
Interview

Schreiben, Musik und sich selbst treu bleiben – Ein Interview mit Tobias Elsässer

Vielleicht erinnert ihr euch ja noch an meine Rezension zu „Play“. Ich fand das Buch ja echt gut und heute habe ich ein Interview mit dem Autor, Tobias Elsässer, für euch. Ich durfte ihm ein paar Fragen stellen, die er mir beantwortet hab. Wir haben aber auch noch ein kurzes Videointerview mit Entweder Oder Fragen gemacht, das ihr auf meinem Instagram Account findet.

Falls ihr euch vor dem Interview noch was zu „Play“ durchlesen wollt, findet ihr hier meine Rezension.

Dann starten wir mal mit dem Interview:

Tobias, bevor du Bücher geschrieben hast, hast du ja schon Musik gemacht. Wie kamst du vom Musik machen zum Schreiben?

Vor mittlerweile mehr als 20 Jahren hatte ich einen Plattenvertrag bei Sonymusic, mit einer peinlichen Boyband. Darüber habe ich meinen ersten autobiographischen Roman geschrieben. Mehr aus Verzweiflung, weil ich die Fragen satt hatte, wie es sich in anfühlt, in den Charts zu sein und im Fernsehen aufzutreten und seine Bilder in der Bravo zu sehen. Ich hatte Glück, dass zwei Verlage die Geschichte interessant fanden. Das war der Anfang des Schreibens. Aber noch heute spielt Musik eine große Rolle in meinen Büchern.

Und wie wichtig ist es dir die Musik auch beim Schreiben einzubringen?

Musik begleitet mich immer beim Schreiben. Sprachmelodie und Rhythmus sind fester Bestandteil. Ich benutze auch ein Metronom, um mir die Geschwindigkeit, den Takt, einzelner Figuren in der jeweiligen Situation vorzustellen. Das heißt manchmal ist die Musik „sichtbar, aber auch ansonsten liegt sie gedanklich unter jedem Text.

In „Play“ spielt „Die MASCHINE“, eine App, die die Zukunft voraus sagt, eine große Rolle. Wie bist du zu dieser Idee gekommen?

Die traurige Wahrheit ist, dass die MASCHINE längst existiert. Google, Facebook, Instagram und Amazon werden immer besser darin uns zu durchschauen und wie beim Schachspielen zu überlegen, was unsere nächsten Entscheidungen sein könnten und wie hoch dafür die Wahrscheinlichkeit ist. Dennoch scheint es kein Aufbegehren zu geben. Die Vorteile überwiegen hoch, die uns die großen Konzerne durch ihre scheinbar gratis Angebote geben. Doch in China, aber auch in den USA und in anderen Ländern, wird es immer deutlicher, dass unsere Spuren im Netz jederzeit dazu verwendet werden können, um uns zu manipulieren (Personalisierte Wahlwerbung, Corona-Verschwörung) oder gar zu bestrafen. Ich denke, die Zeit ist gekommen, wo wir diese digitale Welt, die so spielerisch daher kommt kritisch hinterfragen müssen. Denn wir stehen erst am Anfang.

Auf deiner Website steht, dass du trotz Druck nach Quantität und Trends immer du selbst beim Schreiben bleibst. Ich stelle mir das nicht leicht vor. Wie schaffst du das?

Ich denke nur daran ein Buch zu schreiben, das in erster Linie mir gefällt. Das ist schon der ganze Trick. Viele junge Autor*innen machen, in meinen Augen, den Fehler, dass sie Vorbilder nachahmen und schauen, was denn gerade so der Trend ist. Wenn sie es dann tatsächlich schaffen ihre Manuskripte bei einem Verlag unterzubringen, dann kann es passieren, dass nach einem Buch wieder Schluss ist, weil schon der nächste Trend naht. Um ehrlich zu sein, bin ich manchmal genervt davon, wie ähnlich die Titel vor allem in der Fantastik und im besonderen in der Romantasy mittlerweile aussehen. Auch der Plot, die Figuren und der Stil sind sich oft sehr ähnlich. Als Autor ist es wichtig, seine eigene Stimme zu finden, um eben nicht austauschbar zu werden. Das kostet Zeit und Mut und ist nicht selten mit vielen Absagen verbunden, aber wenn man nur das schreibt, von dem man glaubt, dass es gut ankommt oder so erwartet wird, dann fühlt sich Misserfolg noch schlechter an.

Und zu guter Letzt: Kannst du uns schon was über deine nächsten Projekte verraten?

Über zukünftige Projekte rede ich nur ungern, vielleicht ist es Aberglaube. Jedenfalls fasziniert mich der Schnittpunkt  zwischen analoger und digitaler Welt. Und dort ist auch mein nächstes Jugendbuch angesiedelt.

Falls ihr jetzt neugierig geworden seid:

Falls ihr noch nicht genug habt, findet ihr hier die Website von Tobias Elsässer. Dort hält er uns auf dem laufenden und ihr könnt mehr über seine anderen Bücher erfahren. Und wenn ihr jetzt auch „Play“ lesen wollt (Was ich nur empfehlen kann), könnt ihr das Buch hier beim Verlag erwerben.

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