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Loslassen | Bunte Graue Welt

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Am Montag ist die Gedankenreise zu „Bunte Graue Welt“ gestartet. Heute darf ich euch meinen Post präsentieren. Morgen geht es dann bei Julia weiter und am Ende könnt ihr auch noch was gewinnen.

Loslassen

„Ich kann nicht mehr atmen, das Leben raubt mir den Atem“ – Robyn Skye (Bunte Graue Welt S.106)

Als ich das Gedicht „Aufbruch“ zum ersten Mal gelesen habe, musste ich sofort an Loslassen denken. Um glücklich zu sein müssen wir häufig Dinge loslassen. Vielleicht sind es Menschen, die uns runterziehen, unsere Umgebung, Dinge, Erinnerungen. Es kann alles mögliche sein. Doch, wenn wir sie loslassen können wir und befreien. Manchmal geht das nicht zu hundert Prozent, aber es kann uns mehr Luft zum Atmen geben.

Ich habe heute beschlossen, dass euch zu diesem Thema etwas von mir selbst erzählen möchte, etwas über das ich nicht gerne im Detail rede, aber es passt einfach hierzu.

In den letzen Monaten ging es mir psychisch immer schlechter, vor allem in Bezug auf die Schule. Ich habe sehr häufig Kopfschmerzen bekommen, war in der Schule unfassbar häufig davor zu heulen. Nach der Schule war ich immer müde, total kaputt, schlecht gelaunt. Mir ging es einfach scheiße. Irgendwann kam dann auch richtige Angst dazu. Ich habe zwar keine richtigen Panikattacken, aber der Gedanke an den nächsten Tag hielt mich oft wach und brachte mich dazu zu weinen. Das ist zwar alles immer noch nicht weg, aber teilweise besser seitdem eine Entscheidung feststeht: Ich breche die Schule ab.

Und glaubt mir: Das habe ich nicht unüberlegt getan. Ich habe Ewigkeiten darüber nachgedacht, mit meinem Freund geredet, mit meinen Eltern und mir dann schließlich eine Ausbildung gesucht, die ich im August anfangen werde, womit ich überglücklich bin. Normalerweise hätte ich noch ein Jahr gehabt bis zu meinem Vollabitur, stattdessen werde ich nach diesem Jahr mit meinem Fachabi in der Tasche abgehen.  Viele denken sich jetzt wahrscheinlich: Das ist doch nur noch ein Jahr. Ist die bescheuert? Ja, das durfte ich mir schon öfter anhören. Klar, wissen die meisten auch nicht wie es mir geht, aber dieser Spruch “ Nur noch ein Jahr“ regt mich ziemlich auf, denn für manche Leute, wie mich, ist es nicht einfach nur ein Jahr, sondern jeder einzelner Schultag kommt einem wie ein Berg vor über den man einfach nicht kommt.

Diese Entscheidung, die Schule, das was mir total den Atem geraubt hat loszulassen,hat mich einfach unfassbar befreit. Die Schultage sind zwar noch genauso schlimm, aber der größte Teil vom Stress ist weg und ich freue einfach nur auf meine Ausbildung in dieser tollen Praxis mit den ganzen wunderbaren Menschen, die mich schon beim Probearbeiten herzlich aufgenommen haben.

Ich möchte mit diesem Post nicht sagen, dass man unbedingt die Schule abbrechen sollte, schon gar nicht unüberlegt und ohne Alternative, sondern, dass man sich seinen eigenen Weg suchen muss, denn der allgemeine Weg muss nicht der richtige Weg für einen selbst sein. Zum Weg gehört nun mal auch das loslassen. Häufig ist es nicht einfach, aber sich das zu trauen kann Wunder bewirken, so dass man wieder Raum zum Atmen hat.

Das Gewinnspiel:

Jetzt habt ihr noch die Chance ein von Robyn signiertes Exemplar von „Bunte Graue Welt“ zu gewinnen. Die Teilnahme ist ab 18 und versendet wird nur innerhalb Deutschlands. Ihr könnt unter jedem Beitrag zur Gedankenreise ein Los sammeln. Bei mir müsst ihr Folgendes tun:

Verratet mir doch mal eine Loslassen-Geschichte von euch.

Falls ihr noch mehr über das Buch erfahren wollt, könnt ihr hier meine Rezension zum Buch besuchen.

2 Kommentare

  • Cerulean

    Hey! Danke für deine offenen Worte. Zu Sachen Schulabbruch kann ich dir auch eine Geschichte erzählen. Im meinem Fall war es die schulische Ausbildung (ja, ist etwas anders, aber es war immer noch Schule). Ich bin nach der Schulzeit in meine über alles gewünschte Ausbildung gegangen und somit weiterhin zu einer Schule, das hat mir auch recht gut gefallen. Aber aus psychischen Gründen, die ich versuchte zu ignorieren und die sich dadurch nur heftiger hervorzubrechen versuchten, musste ich im Endeffekt abbrechen. Das war eine verdammt schwere Entscheidung, die mir letztendlich durch meine Krankheit abgenommen wurde. Ich hatte Panikattacken und sonst was. Es lag nicht an der Ausbildung, nicht an der Schule, nicht an meinen Noten (die waren gut).

    Durch diese plötzliche Unterbrechung meiner beruflichen Laufbahn, die ich mir immer sehr linear und zielorientiert vorgestellt hatte, verfiel ich in eine echt schlimme Phase von „und was kommt jetzt?“ Jeder Tag wurde einzeln überwunden und manchmal auch nur gerade eben so.

    Ich habe mich so fest ich nur konnte an die Vorstellung geklammert, dass ich nur gesund werden muss, es muss mir nur besser gehen, dann könnte ich meine Wunsch-Ausbildung neu aufnehmen und meinen geplanten Weg immer noch gehen.

    Jahre vergingen, in denen ich natürlich Fortschritte machte, aber doch recht schleppend. Während all der Zeit wurde mir von allen Seiten gesagt, ich muss diese Ausbildung vergessen, das kann ich nicht mehr machen, das ist mit meinem Zustand nicht vereinbar. Das hat mich komplett fertig gemacht. Erst vor zwei Jahren circa habe ich Sprunghaft wirklich große Fortschritte gemacht, vorher waren es immer sehr kleine, winzige Schritte.

    Nun stand ich wieder, noch heftiger, vor der Frage wohin es jetzt gehen soll. Und wieder klammerte ich mich an diese eine Vorstellung, denn ich wollte und konnte nicht akzeptieren, dass eine dumme Krankheit mir meine Vorstellung versaute. Wenn, dann sollte es meine Entscheidung sein, nicht die der Agentur für Arbeit oder Psychologen oder Therapeuten oder außenstehenden anderen Personen, nicht mal die meiner psychischen Krankheit. Ich wehrte mich dagegen so gut ich konnte.

    Das hat mir zum einen eine Perspektive gegeben, von der ich ganz sicher wusste, dass ich sie hinkriegen würde. Ich wusste ganz sicher, dass ich die Ausbildung schaffen kann, da bin ich schlau genug für, das interessiert mich wenigstens. Nichts anderes hat mein Interesse geweckt in beruflicher Hinsicht.

    Und vor kurzem wurde mir wieder ein Stein in diesen Weg gelegt, man hat mich wieder gezwungen einen Umweg zu nehmen, in der Hoffnung, dass ich diese Perspektive endlich fallen lasse. Und es geht mir doch endlich psychisch viel besser! Was soll das?

    Aber gerade weil es mir plötzlich psychisch besser geht, konnte ich aktiv entscheiden wie ich mit der Situation umgehen möchte. Ich hatte endlich das Gefühl, genau jetzt, ist es meine Entscheidung. Auch wenn man mir Steine legt, mit denen komme ich klar, das habe ich ja schon bevor es mir besser ging. Und jetzt habe ich die Kraft zu kämpfen. Also habe ich mich ganz einfach entschieden: ich lasse los.

    Und dann fühlte ich mich erleichtert. Ich hatte endlich das Gefühl eine Entscheidung getroffen zu haben, ohne dass meine Krankheit dabei der ausschlaggebende Punkt war. Das war schon seit Jahren nicht mehr der Fall gewesen, weil jeder Schritt der Genesung galt, der Stabilisierung. Und inzwischen weiß ich wofür ich die ganze verdammte Zeit gekämpft habe. Nicht für meine Ausbildung oder für meinen Traumjob – einfach für Autonomie. Ich musste ganz genau wissen, dass das meine Entscheidung war, denn sonst würde ich damit nicht im Reinen stehen.

    Jetzt habe ich für mich entschieden, dass ich das als Beruf nicht ausüben möchte, zumindest nicht in diesem Umfang, wie ich es mir vorher vorgestellt hatte. Aber es genügend andere Optionen trotzdem in der Richtung etwas zu machen. Freiwillig, unterstützend, wie auch immer. Und es tut mir gut zu wissen, dass das Loslassen von mir kam und als ich es für richtig fand.

    Und das ist die Geschichte (in Kurzfassung) wie ich meine Traum-Ausbildung loslassen musste um endlich für etwas neues offen zu sein. Es war erleichternd, wenn auch traurig. Ich hoffe ich finde jetzt einen Weg, der mich erneut begeistern kann.

    Liebe Grüße 🙂

    • GinaZeilenfluch

      Wow, das ist eine krasse Geschichts, aner ich bin echt froh, dass du deinen Weg gefunden hast und viel Glück bei dem Gewinnspiel

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